Wissenschaft

WISSENSCHAFTLICHE UNTERSUCHUNGEN ZEIGEN VORTEILE FÜR DIE LAPAROSKOPIE!

Zusammenfassend wird festgestellt, dass die Behandlung der Leistenhernie aufgrund der großen Zahl der Betroffenen einen hohen medizinischen, gesundheitspolitischen und ökonomischen Stellenwert hat. Zum wissenschaftlichen Methodenvergleich nach den Kriterien der Evidenz Basierten Medizin (EBM) wurden bislang mehr als 80 randomisiert kontrollierte Studien (RCTs) durchgeführt. In einer Reihe von Metaanalysen dieser Studien (EU Hernia Trialist Collaboration. Ann Surg 2002;235:322-332. McCormack K et al.: Health Technology Assessment 2005;9:1-215; Schmedt CG et al.: Surg Endosc 2005;19:188-199. Bittner, R et al.: Surg Endosc 2005;19:605-615; Gholghesaei M et al.: Surg Endosc 2005;19:816-821) wurden signifikante Vorteile bezüglich aller schmerzassozierten Parameter einschließlich einer kürzeren Dauer der Arbeitsunfähigkeit zu Gunsten der laparoskopischen/endoskopischen Technik bewiesen (EBM  Level Ia; Empfehlung A). Es ist daher wohlbegründet, wenn das britische „Institut for Clinical Excellence“ (NICE) 2004 und die Leitlinien der EHS (European Hernia Society) 2009, publiziert in Hernia 2009; 13: 343-403  sowie die Leitlinien der  IEHS (International Endohernia Society) 2011, publiziert In Surgical Endoscopy  2011; 25: 2773-2843 die laparoskopische / endoskopische Technik in der Therapie der einseitigen Primärhernie als gleichwertig der offenen Netzimplantation (Lichtenstein) einstuft und als überlegen beim beidseitigen und beim Wiederholungs-bruch. Ebenfalls auf höchsten Niveau der Evidenz Basierten Medizin (Grad A) wird die laparoskopische Technik bei den Patienten empfohlen, die sich rasch wieder körperlich belasten wollen oder müssen. Das gleiche gilt für Patienten, die eine niedrige Schmerztoleranz  haben ( Aasvang et al. Anaesthesiology 2010; 112: 957-969).

Nachteil dieser patientenfreundlichen Technik ist der hohe apparative Aufwand sowie der höhere Schwierigkeitsgrad mit erhöhter Gefahr schwerwiegender Komplikationen, so dass diese neue, patientenfreundliche Technik nicht überall und überall in gleicher Qualität angeboten werden kann. Die Konzentration der laparoskopischen/endoskopischen Technik auf Zentren mit belegbarer Kompetenz ist daher zu empfehlen.

Wir bevorzugen die laparoskopische Technik (TAPP), da sie einfacher, leichter zu standardisieren und zu erlernen ist sowie im Vergleich zur endoskopischen Operation (TEP) auch in schwierigen  Herniensituationen (z. B. großer Skrotalbruch (Hodenbruch), Zustand nach transabdomineller Prostataentfernung, Rezidiv nach laparoskopisch-/endoskopischer Reparation) durchgeführt werden kann. Außerdem erlaubt die TAPP die sofortige Beurteilung der Gegenseite (in bis zu 5% präoperativ nicht bekannter Bruch) sowie eine Beurteilung der gesamten Bauchhöhle einschließlich der Leber zum Ausschluss von Begleiterkrankungen.

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