Allgemein

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Operation eines Leistenbruchs (Hernioplastik, Herniorraphie, Hernienreparation) ist weltweit der häufigste Eingriff in der Allgemein- und Visceralchirurgie. In Deutschland werden pro Jahr über 230.000 Operationen im Krankenhaus durchgeführt, in den USA sogar über 750.000. Diese Zahlen sind aufgrund der demographischen Veränderungen mit zunehmendem  Anteil älterer Menschen ansteigend. 178.000 Leistenbruchoperationen erfolgen im Krankenhaus ( Statistisches Bundesamt 2010). Die  gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) vergüten dem Krankenhaus jeden Fall mit ca. € 2.000, wobei Gesamtkosten von  ca. € 356.000.000 entstehen. Vorausgesetzt die Hälfte der Patienten steht noch im Arbeitsprozess und jeder Arbeitstag ist  mit ca. € 200  Wertschöpfung zu veranschlagen, so entstehen durch die Dauer der postoperativen Krankschreibung der Volkswirtschaft zusätzliche Verluste von ca. € 17.800.000  pro Tag. Die chirurgische Behandlung des Leistenbruchs ist somit ein relevanter Faktor für die Kostenentwicklung im Gesundheitssystem.

Seit der ersten Beschreibung einer tragfähigen Leistenbruchoperation 1887 durch E. Bassini finden sich in der Literatur mehr als 70 verschiedene Techniken mit auch unterschiedlichen Vor- und Nachteilen. Die Wahl der „richtigen“ Technik ist von entscheidender Bedeutung, denn nur die Operationsmethode,  die höchst effektiv ( Beseitigung des Bruches) und auch effizient (ausgewogenes Kosten/Nutzen Verhältnis) durchgeführt werden  kann,  trägt nicht nur zum besten Wohlergehen des Patienten bei, sondern  auch wesentlich  zur Senkung der Kosten im Gesundheitssystem.

Die optimale Operationsmethode des Leistenbruchs steht  aus diesen  Gründen  immer wieder im Mittelpunkt zum Teil kontrovers geführter aktueller Diskussionen. Zur umfassenden Information sind die folgenden Bücher zu empfehlen: Bittner, R:  Laparoskopische Hernioplastik. Hippokrates Verlag Stuttgart 1995.  Schumpelick,V.: Hernien. Enke,Stuttgart 1995. Bendavid,R. et al.: Abdominal Wall Hernias. Springer, New York 2001. Bittner,R. et al. Chirurgie der Leistenhernie. Karger, Freiburg 2006.
 Mit seinen Arbeiten an der früheren Wirkungsstätte am Marienhospital Stuttgart, im besonderen zur minimal-invasiven Operationstechnik beim Leistenbruch (Laparoskopische Hernioplastik-TAPP = Transabdominelle Präperitoneale Patchplastik), hatte  das Team (R. Bittner,  J. Schwarz) nicht nur in Stuttgart, sondern weltweit eine Spitzenposition erworben (siehe Publikationsliste).

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